DEKRA ISO 9001 Zertifizierung Kampfmittelräumung

Was ist Geomagnetik?

Die Geomagnetik ist ein geophysikalisches Messverfahren, das auf der Messung von Anomalien im Erdmagnetfeld basiert. Metallische Objekte – wie Bomben, Granaten oder sonstige Eisenteile – verändern das natürliche Magnetfeld der Erde in ihrer Umgebung. Mit hochempfindlichen Magnetometern lassen sich diese Abweichungen präzise erfassen und kartieren. In der Kampfmittelerkundung ist die Geomagnetik eines der am häufigsten eingesetzten Verfahren.

Wie funktioniert die geomagnetische Prospektion?

Bei einer geomagnetischen Prospektion werden Messgeräte (Magnetometer) systematisch über das zu untersuchende Gelände geführt – entweder zu Fuß, mit fahrbaren Systemen oder in manchen Fällen auch per Drohne. Die Geräte messen kontinuierlich das Magnetfeld und registrieren Abweichungen vom natürlichen Hintergrundfeld. Die erfassten Daten werden anschließend digital verarbeitet und als farbkodierte Anomalienkarten dargestellt, auf denen Verdachtspunkte klar erkennbar sind.

Welche Objekte können mit Geomagnetik Kampfmittel erkannt werden?

Grundsätzlich erkennt die Geomagnetik alle ferromagnetischen (eisenhaltigen) Objekte. Dazu gehören Fliegerbomben, Artilleriegranaten, Panzerfäuste, Minen und andere metallische Kampfmittel. Auch zivile Metallteile wie Leitungen, Schienen oder alte landwirtschaftliche Geräte erzeugen magnetische Anomalien. Eine sorgfältige Auswertung und Erfahrung des Fachpersonals ist daher entscheidend, um Kampfmittel von harmlosen Objekten zu unterscheiden.

Vorteile der Geomagnetik bei der Kampfmittelerkundung

Die Geomagnetik Kampfmittel-Erkundung bietet mehrere entscheidende Vorteile: Sie ist flächendeckend und schnell einsetzbar, da große Flächen in kurzer Zeit abgedeckt werden können. Das Verfahren ist zerstörungsfrei – der Boden wird nicht aufgegraben. Es ist auch bei schwierigem Gelände und in bebautem Umfeld einsetzbar. Zudem sind die Ergebnisse objektiv dokumentierbar und gerichtsfest. Modernste Mehrkanal-Magnetometersysteme ermöglichen heute eine besonders hohe Messauflösung.

Grenzen des Verfahrens

Trotz der vielen Vorteile hat die Geomagnetik auch Grenzen. Sie kann nur ferromagnetische Objekte erfassen – Aluminium- oder Kunststoffteile bleiben unsichtbar. In stark metallisch kontaminierten Böden (z. B. auf ehemaligen Industriegeländen) kann die Vielzahl an Anomalien die Auswertung erschweren. Auch sehr tief liegende Objekte können unter Umständen nicht mehr zuverlässig detektiert werden. In solchen Fällen werden ergänzende Verfahren wie Elektromagnetik oder Bodenradar eingesetzt.

Geomagnetik als Teil einer umfassenden Kampfmittelerkundung

Die Geomagnetik ist in der Regel Bestandteil einer mehrstufigen Kampfmittelerkundung. Nach der historischen Recherche und Luftbildauswertung liefert die geomagnetische Prospektion eine belastbare Grundlage für die anschließende manuelle Überprüfung der Verdachtspunkte. Erst wenn alle Schritte abgeschlossen sind, kann das Gelände als kampfmittelfrei eingestuft werden. Wir setzen modernste Messtechnik ein und garantieren eine lückenlose Dokumentation aller Ergebnisse.

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